Serum-Kalium > 5,5 mmol/l, klinisch relevant meist erst > 6 mmol/l, potentiell lebensbedrohlich > 6,5 mmol/l, wobei rasche Steigerungen schlechter toleriert werden als langsame.
Die häufigsten Ursachen umfassen die Niereninsuffizienz und die Verschiebung von Kalium nach extrazellulär im Rahmen einer Azidose.
Muskelschwäche, Parästhesien
Die Verabreichung von Calcium (z. B. 1 Amp. Calciumgluconat) ändert nicht die Plasmakaliumkonzentration, ist aber in der Lage, die kardialen Auswirkungen der Hyperkaliämie zu vermindern. Kontraindikation: Digitalisierung.
Natrium soll zu ähnlichen Effekten führen (z. B. 10-20 ml Natrium 5,85 %). Auch wird teilweise die Ansicht vertreten, dass im Rahmen der Anwendung von Natriumbikarbonat nicht so sehr die Alkalisierung sondern vielmehr die Zufuhr von Natrium zum Ziel führen soll.
Während die Diuresesteigerung und die Anwendung von Kationenaustauschern in Notfallsituationen aufgrund der zeitlich deutlich verzögerten Wirkung nicht geeignet sind, ist bei bedrohlich erhöhtem Kalium die Anwendung von Insulin-Glukose und Natriumbikarbonat die Maßnahme der Wahl. Dabei ist jedoch zu beachten, dass dies nur eine Verschiebung von Kalium nach intrazellulär bewirkt, weshalb der Rückgang der Kaliumwerte, sofern die Ursache nicht beseitigt werden kann, nur passageren Charakter hat. Daher ist frühzeitig das einzige verlässliche Eliminationsverfahren in Form der Nierenersatztherapie ist zu erwägen, insbesondere vor dem Hintergrund, dass das Schaffen der entsprechenden Voraussetzungen (großlumiger Gefäßzugang, Vorbereitung des Hämofiltrationsgeräts) einige Zeit in Anspruch nehmen kann.
Van Aken H. Intensivmedizin. Thieme 2007
Kategorie: Krankheitsbilder
Letzte Änderung: 18.05.2008