Nebenniereninsuffizienz
Akute, hoch symptomatische Form: Addison-Krise
Ätiologie
Exazerbation einer vorbestehenden (latenten) Nebenniereninsuffizienz
durch Stress (Infektion, Trauma, Operation).
- Primäre Nebenniereninsuffizienz: Die Ursache liegt in den
Nebennieren selbst. Autoimmunadrenalitis, Nebenniereneinblutung (hämorrhagische
Infarzierung bei Meningokokkensepsis – Waterhouse Fridrichsen-Syndrom),
Nebennierenmetastasen, Nebennierenkarzinom, chirurgische Entfernung.
- Sekundäre Nebenniereninsuffizienz: Ursache außerhalb der
Nebennieren. Zu rasches Absetzen einer Glukokortikoidtherapie
(wichtigste Ursache!), ACTH-Mangel bei Hypophysenschädigung.
Symptome
- Übelkeit, Erbrechen
- Bauchschmerzen
- Fieber
- Verlangsamung, Somnolenz, Koma
Befunde
- Hypotonie, Tachykardie
- Hyponatriämie, Hyperkaliämie
- Hypoglykämie
Therapie
- Hydrocortison 200-300 mg iv, anschließend 10 mg/h, langsame
Reduktion (z. B. täglich um 2 mg/h) auf Erhaltungsdosis (20-30 mg/d;
orale Zufuhr von Hydrocortison ist möglich, Bioverfügbarkeit rund 75 %).
- Symptomatische Therapie der hämodynamischen Beeinträchtigung
(Flüssigkeit, Katecholamine) und der Hypoglykämie.
Die Elektrolytstörung ist i. A. bereits durch die
Hydrocortison-Zufuhr reversibel.
Zusätzliche Informationen
Die Elektrolytstörung ist Folge des Aldosteronmangels. Aldosteron
bewirkt grundsätzlich die Retention von Natrium und die Exkretion von
Kalium. Hydrocortison besitzt eine geringe, aber relevante
Aldosteronwirkung.
Die Hypoglykämie beruht auf dem Mangel an Cortisol selbst, das die
Glukoneogenese in der Leber und die intestinale Glukoseabsorption
fördert und die periphere Glukoseaufnahme vermindert (daher die
Hyperglykämieneigung bei Glukokortikoidtherapie).
Kategorie: Krankheitsbilder
Letzte Änderung:
18.05.2008