Propofolinfusionssyndrom
Ätiologie
Das Propofolinfusionssyndrom ist ein seltenes Zustandsbild, das bei
Langzeitsedierung mit Propofol insbesondere bei Kindern auftreten kann.
Risikofaktoren:
- Hochdosierte Langzeitsedierung mit Propofol (> 5 mg/kg/h, > 48
Stunden)
- Schwerwiegend erkrankte Kinder
- Eventuell die gleichzeitige Zufuhr von Katecholaminen und
Glukokortikoiden
Symptome und Befunde
- Therapierefraktäre Bradyarrhythmien, aber auch tachykarde
Rhythmusstörungen (bis zu ventrikulären Tachykardien und Kammerflimmern)
- Hypotonie
- Metabolische Azidose mit Laktatanstieg
- Anstieg der Serumtriglyzeride (ohne Veränderung des Cholesterins)
- Hepatomegalie, Transaminasenanstieg
- Rhabdomyolyse mit konsekutivem massivem CK- und Myoglobinanstieg
- Akutes Nierenversagen auf Basis der Hypotonie und der Rhabdomyolyse
Diagnostik
Der Verdacht ergibt sich aus der klinischen Konstellation. Eine
spezifische Diagnostik ist nicht möglich.
Therapie
- Beendigung der Propofolzufuhr
- Symptomatische Therapie der Organmanifestationen
Zusätzliche Informationen
Das Propofolinfusionssyndrom stellt nach wie vor nur eine Hypothese zur
Erklärung der dokumentierten Krankheitsverläufe dar, wobei andere
Mechanismen bei diesen schwerwiegend erkrankten Patienten nicht
ausgeschlossen werden können. Postuliert wird eine propofolinduzierte
Störung der mitochondrialen Atmungskette.
Literatur
Motsch J. Propofol-Infusionssyndrom. Anaesthesist 2004; 53: 1009-1024
Kategorie: Krankheitsbilder
Letzte Änderung:
01.06.2008