Eine parenterale Ernährung soll grundsätzlich Lipide enthalten, um
Der empfohlene Anteil von Lipiden an der parenteralen Nicht-Kalorien-Energiezufuhr liegt bei 25-40 %, entsprechend einer Tagesdosis an Triglyzeriden von 0,7-1,3 g/kg KG (bei hohem Bedarf bis 1,5 g/kg KG).
Die Bestimmung der Plasmatriglyzeride kann als Monitoring herangezogen werden. Plasmatriglyzeridwerte > 400 mg/dl sollten zur Dosisreduktion Anlass geben, bei Werten > 1000 mg soll die Lipidzufuhr unterbrochen werden.
Zu den wenigen Kontraindikationen für die parenterale Verabreichung von Lipiden zählen weiters nur eine ausgeprägte metabolische Azidose und fortgeschrittene Stadien einer disseminierten intravasalen Gerinnung.
Die mengenmäßig wichtigsten Fettsäureverbindungen in Lipidemulsionen sind Triglyzeride. Diese auch als Triazylglyzerole bezeichneten Verbindungen gehen aus der Veresterung von Glyzerin mit jeweils drei Fettsäuren hervor.
Fettsäuren können nach ihrer Länge (und somit der Anzahl der Kohlenstoffatome im Molekül) und nach der Anwesenheit von Doppelbindungen unterschieden werden.
Kurzkettige Fettsäuren: < 8 Kohlenstoffatome
Mittelkettige FS: 8-10
Intermediärkettige FS: 12-14
Langkettige FS: ≥ 16
Gesättigte FS: keine Doppelbindungen vorhanden; Bedeutung überwiegend als Energieträger
Einfach ungesättigte FS: eine Doppelbindung
Mehrfach ungesättigte FS (polyunsaturated fatty acids, PUFA): mehrere Doppelbindungen; wesentliche Bestandteile von Strukturlipiden
Unter der Bezeichnung Omega-n-Fettsäuren werden ungesättigte Fettsäuren zusammengefasst, wobei n die Position der ersten Doppelbindung angibt.
Insbesondere die mehrfach ungesättigten Fettsäuren Linolsäure (eine Omega-6-Fettsäure) und Linolensäure (eine Omega-3-Fettsäure), jeweils mit 18 Kohlenstoffatomen und damit langkettig, können nicht endogen synthetisiert werden und sind daher essentielle Bestandteile der Ernährung.
In der parenteralen Ernährung sollten grundsätzlich zwanzigprozentige Lösungen gegenüber zehnprozentigen Lösungen bevorzugt werden, indem diese eine niedrigere Phospholipid/Triglyzerid-Ratio aufweisen, was der Entstehung von Hyperlipidämien entgegenwirkt.
Sojaölemulsionen basieren zu rund 60 % auf mehrfach ungesättigten Fettsäuren (PUFA), wobei das Verhältnis Linolsäure:Linolensäure 8:1 beträgt. Der Gehalt an Vitamin E (a-Tocopherol) ist vergleichsweise niedrig.
Emulsionen, die ausschließlich auf Sojaöl basieren, werden mit immunsuppressiven Effekten assoziiert und finden damit vielfach keine Empfehlung bei kritisch kranken Patienten.
Der Anteil an mittelkettigen Fettsäuren (medium chain triglycerides, MCT; aus Kokosöl) führt im Vergleich zu reinen Sojaölemulsionen zu einem reduzierten Gehalt an mehrfach ungesättigten Fettsäuren.
Klinische Auswirkungen werden bisher uneinheitlich bewertet.
Triglyzeride mit zufälliger Reveresterung von mittelkettigen Fettsäuren (MCT; aus Kokosöl) und langkettigen Fettsäuren (aus Sojaöl), die auch als 'strukturierte Lipide' bezeichnet werden.
Es bestehen Hinweise auf eine bessere Verträglichkeit im Vergleich zu Sojaölemulsionen.
Die verfügbaren Mischungen von Oliven- und Sojaöl im Verhältnis 4:1 zeichnen sich durch einen hohen Gehalt an der einfach ungesättigten Ölsäure und an Vitamin E (a-Tocopherol) aus. Linolsäure:Linolensäure 9:1.
Die Anwendung dieser Kombination soll mit Vorteilen in Hinblick auf die Leberfunktion und auf immunologische Effekte einhergehen.
Bei kritisch Kranken soll Fischöl die Bildung proinflammatorischer Mediatoren vermindern. Hinweise auf eine Outcome-Verbesserung wurden beschrieben.
Zu derartigen Mischungen im Verhältnis 30:30:25:15 liegen bisher nur wenige publizierte Daten vor.
Adolph M. Leitlinie parenterale Ernährung der DGEM - Lipidemulsionen. Aktuel Ernaehr Med 2007; 32 Suppl. 1: S22-S29 Link pdf
Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin www.dgem.de
Kategorie: Pharmakologie
Letzte Änderung: 16.04.2008