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Verteilungsvolumen

In der Pharmakokinetik ist das Verteilungsvolumen jenes Volumen, in dem ein Pharmakon verteilt wäre, wenn überall dieselbe Konzentration herrschen würde wie im Blutplasma. Dabei handelt es sich jedoch nicht um ein reales Volumen, das anatomisch definiert werden könnte, sondern um eine ausschließlich rechnerische Größe, weshalb auch der Begriff 'scheinbares Verteilungsvolumen' gebräuchlich ist.

 

Nachdem eine Konzentration c gegeben ist durch Menge M pro Volumen V

 

 

kann durch Umformen der Gleichung auf das Volumen geschlossen werden:

 

 

Dabei ist M die bekannte Menge an verabreichtem Pharmakon und c die im Plasma gemessene Konzentration.

 

Hydrophile Substanzen

Wird ein hydrophiles Pharmakon verabreicht, wird sich dieses primär im Wasser des Extrazellulärraums (20 % des Körpergewichts) verteilen; das Verteilungsvolumen würde 14 l betragen.

Lipophile Substanzen

Lipophile Substanzen dagegen werden insbesondere im Fettgewebe gebunden, die dort herrschende Konzentration nimmt zu, die Plasmakonzentration dagegen ab. Da nun jedoch bei der Betrachtung des scheinbaren Verteilungsvolumens davon ausgegangen wird, dass überall die gleiche Konzentration vorhanden wäre und gleichzeitig nur die Plasmakonzentration in die Berechnung eingeht, ergibt sich ein rechnerisch größeres Verteilungsvolumen, das auch das tatsächliche Körpervolumen überschreiten kann. So beträgt beispielsweise das Verteilungsvolumen von Lidocain 3 l/kg Körpergewicht.

Literatur

Thiel H. Anästhesiologische Pharmakotherapie. Thieme 2003

Aktories K. Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie. Urban & Fischer 2005

 

 


Kategorie: Pharmakologie

 

Letzte Änderung: 01.05.2008