Hintergrund: Kortikosteroide werden seit mehr als 30 Jahren in der Behandlung des Schädel-Hirn-Traumas eingesetzt, wobei verfügbare Meta-Analysen eine Mortalitätsreduktion um 1-2 % nahelegen. Nunmehr soll dieser Effekt im Rahmen einer Multicenter-Studie untersucht werden.
Methoden: 10008 Patienten nach einem Schädel-Hirn-Trauma mit einem Glasgow-Coma-Score von 14 oder weniger wurden innerhalb von 8 Stunden zwei Gruppen zugeordnet, wobei in einer Gruppe über 48 Stunden Methylprednisolon und in der anderen Gruppe Placebo verabreicht wurde.
Ergebnisse: In der Methylprednisolon-Gruppe war die Gesamtmortalität nach 2 Wochen mit 21,1 % signifikant höher verglichen mit der Placebo-Gruppe (17,9 %). Relatives Risiko 1,18 (95 % Konfidenzintervall 1,09-1,27).
Schlussfolgerung: Durch die Verabreichung von Methylprednisolon konnte keine Mortalitätsreduktion 2 Wochen nach einem Schädel-Hirn-Trauma erreicht werden. Die Ursache für die tatsächlich höhere Mortalität in der Methylprednisolon-Gruppe bleibt unklar.
Link: PubMed
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Letzte Änderung: 02.05.2008